Titularorganist an Notre-Dame Paris
PROGRAMM
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Chaconne für Violine
Bearbeitung für Orgel von Henri Messerer
Sicilienne
Orgeltranskription von Louis Vierne
Matthäus-Final
Orchestrierung von Charles-Marie Widor
Aria aus der Pfingstkantate
Orgeltranskription von Eugène Gigout
Jean Langlais (1907–1991)
Prélude modal
Gaston Litaize (1909–1991)
Scherzo
Olivier Messiaen (1908–1992)
L’Ascension: Alléluias sereins d’une âme qui désire le Ciel
Marcel Dupré (1886–1971)
Prélude et Fugue en sol mineur
*Olivier Latry (1962)
Improvisation
Organist: Olivier Latry

Als weltweit führender Botschafter seines Instruments ist der französische Organist Olivier Latry an den renommiertesten Spielstätten der Welt aufgetreten, war Gast bei Spitzenorchestern auf der ganzen Welt unter namhaften Dirigenten, hat Aufnahmen für bedeutende Labels eingespielt und eine beeindruckende Anzahl von Werken uraufgeführt. Bereits im Alter von 23 Jahren zum Titularorganisten an Notre-Dame in Paris ernannt und seit 2012 „Organist Emeritus“ des Orchestre National de Montréal, ist Olivier Latry ein versierter, reflektierter und experimentierfreudiger Musiker, der das gesamte Spektrum der Orgelmusik erkundet und zudem über ein außergewöhnliches Improvisationstalent verfügt.
Olivier Latry konzertiert regelmäßig an Veranstaltungsorten wie der Berliner Philharmonie, der Philharmonie de Paris und Walt Disney Hall Los Angeles, San Franciscos Davies Hall, Amsterdams Concertgebouw, Hamburgs Elbphilharmonie, Philadelphias Verizon Hall, Gewandhaus Leipzig, Wiener Musikverein und Konzerthaus, Palast der Künste Budapest, Royal Festival Hall und Royal Albert Hall in London, KKL Luzern, Suntory Hall, Rotterdams de Doelen, Manchesters Bridgewater Hall und als Solist mit Orchestern wie: Berliner Philharmoniker, Philadelphia Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Boston Symphony, NHK Symphony Orchestra, Münchner Philharmoniker, Philharmonia Orchestra, Wiener Symphoniker, Rotterdam Philharmonic, Sydney Symphony, RSO Wien, Hongkong Philharmonic, Toronto Symphony, Orchestre Symphonique de Montréal, Orchestre National de France, unter den Dirigenten Myung-Whun Chung, Andris Nelsons, Esa-Pekka Salonen, Osmo Vänska, Rafael Payare, Stéphane Denève, Krzysztof Urbanski, Fabien Gabel, Christoph Eschenbach, Santtu Matias Rouvali, Alain Altinoglu, Kent Nagano, Edo de Waart und Jukka-Pekka Saraste.
Im Jahr 2023 brachte Olivier Esa-Pekka Salonens „Sinfonia Concertante“ für Orgel und Orchester zur Uraufführung – gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern, dem Orchestre de Paris und dem Finnischen Radio-Sinfonieorchester unter der Leitung des Komponisten. Zu den jüngsten Höhepunkten zählen die Erstaufführungen von Pascal Dusapins „Waves“ für Orgel und Orchester in der Schweiz, in Frankreich und in Nordamerika mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre de la Suisse Romande und dem Orchestre Symphonique de Montréal. Weitere frühere Uraufführungen umfassten Kaija Saariahos „Maan Varjot“ für Orgel und Orchester (2014 mit dem Orchestre Symphonique de Montréal, dem Orchestre National de Lyon und dem Philharmonia Orchestra) sowie ein Konzert von Michael Gandolfi (2015 mit dem Boston Symphony Orchestra). Zudem brachte er 2017 anlässlich der Einweihung der neuen Orgel im Brüsseler „BOZAR“ ein Orgelkonzert von Benoît Mernier zur Uraufführung. Im Jahr 2019 spielte er die deutsche Erstaufführung von Thierry Escaichs Drittem Orgelkonzert mit der Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Stéphane Denève.
Seine tiefe Verbundenheit mit dem französischen Orgelrepertoire veranlasste ihn dazu, das gesamte Orgelwerk von Olivier Messiaen für die Deutsche Grammophon einzuspielen; zudem brachte er diese Werke in Konzerten in Paris, London und New York zur Aufführung. Im Jahr 2005 nahm er für die Deutsche Grammophon ein Album mit Werken von César Franck auf. Neben zahlreichen weiteren Aufnahmen spielte Olivier Latry für das Label Ondine auch die 3. Sinfonie von Saint-Saëns gemeinsam mit Christoph Eschenbach und dem Philadelphia Orchestra ein. 2013 veröffentlichte er bei Naïve das Album „Trois Siècles d’Orgue à Notre-Dame de Paris“ mit Musik ehemaliger und amtierender Titularorganisten von Notre-Dame. 2016 nahm er für Warner Classics ein Konzertprogramm an der Rieger-Orgel der Philharmonie de Paris auf. 2019 begann er eine Zusammenarbeit mit dem Label La Dolce Volta, die mit dem Album „Bach to the Future“ ihren Anfang nahm. Das an der berühmten Orgel von Notre-Dame aufgenommene Album präsentiert Transkriptionen sowie Originalwerke von Bach, die eigens für dieses außergewöhnliche Instrument adaptiert wurden. Sein jüngstes Album bei La Dolce Volta, „Liszt Inspirations“, wurde an der Orgel der Philharmonie de Paris aufgenommen und erschien im Jahr 2021.
Olivier Latry, ein ehemaliger Schüler von Gaston Litaize, unterrichtete bis 2024 am Conservatoire National Supérieur de Paris und wurde weltweit mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen und Ehrungen gewürdigt, darunter der Prix de la Fondation Cino et Simone Del Duca (Institut de France – Académie des Beaux-Arts) im Jahr 2000 sowie Ehrenmitgliedschaften der North and Midlands School of Music (Großbritannien, 2006) und des Royal College of Organists (Großbritannien, 2007). Zudem wurde er im April 2009 von der American Guild of Organists zum „International Performer of the Year“ ernannt und erhielt 2010 die Ehrendoktorwürde (Doctor of Music) der McGill University in Montreal.
Fotos: William Beaucardet, La Dolce VoltaHenry Buffetau, Deyan Parouchev, Son